Lieber Herr Prochaska,

als Pressesprecherin des SPD-Kreisverbands freue ich mich natürlich immer sehr, wenn die Süddeutsche Zeitung prominent platzierte Artikel über die SPD in unserem Landkreis bringt.

Heute erschien zum sehr informativen Artikel von Frau Bracht auch ein kritischer Kommentar von Ihnen. Ihre mahnenden Worte an die SPD verhallen sicher nicht ungehört – wir sind immer sehr interessiert an Meinungen zu Eindrücken, die wir hinterlassen, und beherzigen auch Ratschläge von Nicht-SPD-Mitgliedern sehr gerne.

Ein Satz in Ihrem heutigen Kommentar hat mich persönlich allerdings sehr getroffen:
„Denn noch immer besteht auch die moderne SPD aus Hinterzimmern und aus Parteifunktionären, die ihren politischen Vorgarten allein pflegen wollen.“

Ich weiß nun natürlich nicht, in wie viele SPD-Veranstaltungen und Sitzungen Sie schon hineingeschaut haben. Ich kann für die aktiven Ortsvereine im Landkreis und für den Kreisverband sprechen (dort bin ich regelmäßig anwesend): Parteifunktionäre sehe ich dort keine, dafür viele kritische und diskussionsfreudige SPD-Mitglieder jeden Alters. Und es wurden in letzter Zeit von den SPD-Ortsvereinen zahlreiche öffentliche Informationsveranstaltungen angeboten zu verschiedenen Themen wie Windkraft, Bildung, Gewerbeansiedlung (Aldi-Logistikzentrum), Gustl Mollath etc. Diese Veranstaltungen finden meistens in Nebenräumen von Gaststätten statt – anders ist es ja auch kaum möglich, sonst stört man ja Gäste, die nicht teilnehmen wollen. Mit Hinterzimmerpolitik hat das allerdings nichts zu tun.

In unserem Ortsverein in Wörthsee sind zwar aktuell keine Mitgliedseintritte wegen der Abstimmung zur Großen Koalition zu verzeichnen. Aber wir haben es nach der Kommunalwahl 2008 erlebt, dass noch im selben Jahr vier parteifreie KandidatInnen unserer Gemeinderatsliste in die SPD eingetreten sind und seitdem mit Freude an unseren Diskussionen teilnehmen. Das wäre sicher nicht der Fall gewesen, wenn wir den Eindruck vermittelt hätten, wir wären lieber unter uns geblieben.

Der oben zitierte Satz trägt leider dazu bei, dass ein falsches Bild der SPD entsteht und manch eine(r), die (der) es sich vielleicht überlegt, die Partei zu unterstützen, den entscheidenden Schritt dann lieber doch nicht geht.

Mit freundlichen Grüßen

Beate Schnorfeil

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